Geschichte der Volksrepublik China

China gehört zu den Hochkulturen der Menschheit. Das wohl bekannteste Wahrzeichen des bevölkerungsreichsten Landes der Erde ist die Chinesische Mauer, welche eine Länge von über 8.000 Kilometern misst. Ursprünglich handelt es sich bei dieser imposanten Mauer, welche als größtes Bauwerk der Welt gehandelt wird, um eine in Zwangsarbeit erbaute Grenzbefestigung, welche verhindern sollte, dass Nomadenvölker aus dem Norden in das Land einfielen. Die Mauer besteht aus zahlreichen Teilstücken, die allerdings nicht alle miteinander verbunden sind.

Der Geburtstag der Volksrepublik China ist der 1. Oktober 1949. Im Rahmen des chinesischen Bürgerkrieges konnte sich die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) gegen die Kuomintang, die Chinesische Nationalpartei, durchsetzen und beendete eine lange, von kriegerischen Auseinandersetzungen geprägte Periode in der Geschichte Chinas. Die Volksrepublik China löste die 1912 ausgerufene Republik China ab, die sich einst an die rund 2.000 Jahre währende Kaiserzeit angeschlossen hatte.

Die Ära Mao Zedongs

In der Volksrepublik China sollte vor allem der wirtschaftliche Fortschritt des Landes in Angriff genommen werden. Unter der Führung Mao Zedongs trat das Land in die Planwirtschaft ein. Diese Wirtschaftsform zeichnet dadurch aus, dass der Staat die Wirtschaft kontrolliert und alle Entscheidungen bezüglich der Verteilung von Arbeit, Kapital, Boden und Rohstoffen fällt. Diese Form der zentralen Regulation von Produktion und Konsum von Waren steht im Gegensatz zur Marktwirtschaft, in der sich Angebot und Nachfrage über den Preis regulieren. Über die Planwirtschaft sollte China möglichst rasch industrialisiert werden.

Die wenig strikte Umsetzung der Planwirtschaft zeigte sich an diversen Maßnahmen zur Dezentralisierung, die im Laufe der 1950er auf den Weg gebracht wurden. Mao Zedong versuchte, eine Autarkie der Volksrepublik zu erreichen. Das Land sollte sich wirtschaftlich selbst versorgen können, wodurch sich die Volksrepublik auf dem internationalen Parkett isolierte, während andere Entwicklungsländer internationale Förderungsmaßnahmen nutzten.

Eine der wichtigsten wirtschaftlichen Maßnahmen der neueren Geschichte war die Kampagne des „Großen Sprung nach vorn“, welche von 1959 bis 1961 durchgeführt wurde und zu einer großen Hungersnot beitrug. Ziel des auf fünf Jahre angesetzten Planes war es, Großbetriebe zu schaffen, welche den Bedarf an Arbeitskräften im landwirtschaftlichen Sektor senken würden. Allerdings kam es zur gleichen Zeit zu erheblichen Überschwemmungen, Dürren und Missernten, im Rahmen derer etwa 30 Millionen Menschen starben. Auch die von 1966 bis 1976 stattfindende Kulturrevolution warf das Land wirtschaftlich weit zurück, da Schulen und Universitäten für rund zehn Jahre geschlossen waren.

Zweigleisigkeit: Von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft

Im Anschluss an Maos Tod im Jahre 1976 übernahm Deng Xiaoping die Geschicke des Parteiführers der kommunistischen Einheitspartei. Unter seiner Führung konnten Bauern Teile ihrer Ernte, die über die Planvorgaben hinaus produziert worden waren, zu freien Preisen verkaufen. Ebenso wurden ab 1979 experimentell Sonderwirtschaftszonen in einzelnen rückständigen Provinzen eingerichtet. Dort sollten getreu dem Slogan „Ein Land – zwei Systeme“ freiere Formen der wirtschaftlichen Gestaltung ausprobiert werden. Da sich das System bewährte, entstand 1985 an der westlichen Küste ein Streifen freier Wirtschaftszonen, der sich für das Ausland öffnete. Große Bekanntheit unter diesen freien Städten genießt beispielsweise Shanghai. Des Weiteren wurde, wie zuvor der Landwirtschaft, auch der Industrie freigestellt, Waren über Planvorgaben hinaus zu freien Preisen zu verkaufen. Plan- und Marktwirtschaft existierten auf diese Weise nebeneinander. 1987 konnten die Preise vollständig frei bestimmt werden. Ziel Deng Xiaopings war die Entwicklung einer sozialistischen Marktwirtschaft. Seit 1992 entwickelte sich auch in den Städten eine Privatwirtschaft, da sich der Staat in den 90er Jahren zu einem Rückzug aus vielen Staatsunternehmen entschloss, die in der Folge privatisiert wurden.

Herausforderungen Chinas

2001 trat die Volksrepublik China in die Welthandelsorganisation (WTO) ein. Zu diesem Zeitpunkt war etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer im privaten Sektor tätig. Der Eintritt in die Welthandelsorganisation markierte eine Öffnung Chinas für die internationalen Wirtschaftsmärkte. Mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts sollten sich auch die dicht besiedelten ländlichen Regionen in Zentralchina wirtschaftlich weiterentwickeln.

Die enorme wirtschaftliche Entwicklung Chinas durch die internationale Öffnung des Landes machte die Volksrepublik zu einer der wichtigsten Exportnationen. Zur Unterstützung der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung begann ein Ausbau der defizitären Infrastruktur, um die Millionenstädte Chinas besser in die weltweite Wirtschaft einzubinden. Straßen, Eisenbahnlinien und Flughäfen werden stetig ausgebaut. Dadurch soll die Attraktivität der Städte für private Investoren aus dem Ausland erhöht werden. Zu den Hauptproblemen dieser wirtschaftlich positiven Entwicklungen zählt die rasch zunehmende Umweltverschmutzung. In den Großstädten Chinas wurde weltweit die schlimmste Luftverschmutzung gemessen. Die starke Abhängigkeit Chinas von Kohle als Energieressource führt zu hohen Kohlendioxid-Emissionen, die 2008 das Emissionsniveau der USA erreichten. Auch Flüsse und Seen sind stark verschmutzt. Als Reaktion auf diese bedenklichen Entwicklungen investierte China 40% des Finanzkrisen- Konjunkturprogramms der Jahre 2009 und 2010 in den Ausbau einer umweltfreundlicheren Wirtschaft.


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