China - Land und Leute

Die Volksrepublik China ist nach Russland das flächenmäßig zweitgrößte Land Asiens und das viertgrößte der Welt. Mit rund einem Fünftel der Weltbevölkerung (1,4 Milliarden Einwohner) ist China außerdem die bevölkerungsreichste Nation der Erde. Die Hauptstadt des Landes ist Beijing (Peking) und die größte Stadt ist Shanghai mit über neun Millionen Einwohnern.

Aufgrund der weiterhin großen Bevölkerung, der stetig wachsenden Wirtschaft und der hohen Investitionen in die Forschung gilt China als eine heranwachsende Weltmacht. In den vergangenen Jahren hat sich das Land zu einer der größten Wirtschaftsmächte der Welt entwickelt und vielen Chinesen wurde der Weg aus der Armut ermöglicht. Dennoch steht die Volksrepublik nun vor neuen wirtschaftspolitischen Herausforderungen, wie beispielsweise einer immer älter werdenden Bevölkerung und einem hohen Wohlstandsgefälle zwischen ländlicher und urbaner Bevölkerung.

In der Theorie verspricht das chinesische Grundgesetz all seinen Bürgern die Rede-, Religions- und Pressefreiheit sowie ein Recht auf Eigentum. Dennoch wird die Volksrepublik immer wieder für Manipulationen und Zensur der Presse als auch für die Missachtung der Menschenrechte kritisiert. Diese Probleme bewegen insbesondere Menschenrechtsbewegungen in den Verwaltungsgebieten Tibet und Xinjiang.

Dennoch hat das Land seinen mystischen Charakter nicht verloren. Chinesische Philosophie und Heilverfahren sowie die Sprache und Kultur des Landes begeistern und verzaubern seit je her die westliche Hemisphere. Traditionelle Volksfeste mit bunt gekleideten Tänzern oder die chinesische Oper sind nur einige wenige Freizeitaktivitäten, die Chinas Besucher begeistern.

Im „Land der Mitte“ gibt es viel zu sehen. Mit 31 Stätten des Weltkulturerbes liegt China weltweit an dritter Stelle. Zu diesen berühmten Orten gehören die große Mauer, die Himmelstempel und der kaiserliche Opferaltar in Beijing sowie der Tempel und die Grabstätte von Konfuzius.

Der Aberglaube spielt in China eine bedeutende Rolle, dies fängt schon bei der Farbwahl der Kleidung an. Da die Farbe schwarz für Trauer und Unglück steht, sollten Kleidungsstücke dieser Farbe bei Hochzeiten und anderen fröhlichen Anlässen vermieden werden. Rot hingegen steht für Glück und Ruhm, während Weiß eine neutrale Farbe und ein Mittelmaß zwischen Rot und Schwarz darstellt. Auch bezüglich der Geschenke oder kleinerer Aufmerksamkeiten, die im chinesischen Alltag eine wichtige Rolle spielen, ist Achtsamkeit geboten. Jemandem eine Uhr zu schenken ist keine gute Idee, dass diese beispielsweise für den Tod bzw. die Vergänglichkeit steht. Ähnlich steht es um Bücher, die als Geschenk den Verlust symbolisiert. Mit Pralinen, Spirituosen oder Bildbänden kann man hingegen nicht viel falsch machen.

Religion spielt in China eine wichtige Rolle, wird aber auf eine andere Weise als in Europa ausgeübt. So bekennen sich die meisten Chinesen nicht zu einem einzig wahren Glauben, sondern teilweise sogar zu mehreren oder sie vermischen einzelne Glaubensrichtungen miteinander. So ist es nicht unüblich, einen Christen auch ab und zu im buddhistischen Tempel anzutreffen. Die größten Glaubensgemeinschaften Chinas sind der Buddhismus, der Taoismus, der Islam sowie das evangelische und katholische Christentum.

Gute Umgangsformen und Höflichkeit sind in China sehr wichtig. Dies beginnt schon bei der Begrüßung, wobei man mit den Worten „Ni Hao“ oder „Nin Hao“ (Wie geht es Ihnen?) alles richtig macht. Dies gilt natürlich insbesondere für den Arbeitsplatz. Hier ist es wichtig, bestehende Hierarchien zu respektieren und die Autorität höher gestellter Personen niemals zu untergraben.

Im beruflichen Alltag kommt der Visitenkarte eine große Bedeutung zu. Ausländische Arbeitnehmer sollten darauf achten, ausreichend Geschäftskarten mit sich zu führen, die auf einer Seite in englischer Sprache und auf der anderen Seite in chinesischer Sprache bedruckt sind. Nur so kann er von den Chinesen als internationaler Business Man geschätzt werden. Nach dem Erhalt der Karte eines Geschäftspartners gilt es als höflich, diese kurz zu studieren, statt sie ungeachtet wegzulegen. Wichtig ist im Beruf außerdem die Anrede. Etwaige Titel sollten niemals weggelassen, sondern als Zeichen des Respekts im Gespräch immer beachtet werden.

Generell gelten in China längere Arbeitszeiten als in China, auch in internationalen Unternehmen. Oft werden außerdem die Überstunden nicht bezahlt. Chinesische Feiertage werden auf drei Blöcke im Jahr mit jeweils drei freien Tagen gelegt. Vor diesen Feiertagsblöcken arbeiten die Angestellten das Wochenende durch, haben dafür die ganze folgende Woche frei.

Diejenigen, die sich chinesische Werte und Umgangsformen halten und diese respektieren, sollten in der Volksrepublik auf Akzeptanz und Freundlichkeit stoßen. Und dies sind die besten Voraussetzungen, um einen unvergesslichen Aufenthalt zu verleben oder gar ein neues Leben zu beginnen.


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