Praktikum in China

Viele träumen davon, eine Zeit lang in China zu leben und zu arbeiten. Insbesondere während oder nach dem Studium bietet sich hierfür ein Praktikum an. Ein solcher Arbeitsaufenthalt in China bietet dem Praktikanten die Möglichkeit, erste Arbeitserfahrungen zu sammeln, sich beruflich zu orientieren sowie Land und Leute kennenzulernen – alles in allem also eine Gelegenheit, den persönlichen Horizont zu erweitern. Darüber hinaus macht sich ein solcher Auslandsaufenthalt besonders gut im Lebenslauf. Der ehemalige Praktikant kann soziale Kompetenzen und den Umgang mit der chinesischen Sprache und Kultur vorweisen. In Anbetracht der immer wichtiger werdende Position Chinas in der weltweiten Wirtschaft, ist dies eine ganz besondere Qualifikation.

Praktikumssuche: Selbst organisieren oder die Hilfe einer Agentur in Anspruch nehmen?

Generell bestehen die zwei Möglichkeiten, eine Praktikumsvermittlung in Anspruch zu nehmen oder sich selbst um eine Praktikumsstelle zu bemühen. Erstere Option ist meist etwas kostenintensiver, dafür aber zeitsparender. Die Agentur kümmert sich darum, dem Interessenten eine Arbeitsstelle zu besorgen und hilft gegebenenfalls auch bei der Visumsbeantragung und Flugbuchung. Kann keine Stelle vermittelt werden, muss selbstverständlich auch nichts bezahlt werden. Ein großer Vorteil der Agenturen ist, dass einige von ihnen nur bezahlte Praktikumsplätze vermitteln und auch bei der Suche einer Unterkunft behilflich sind. Diesen Luxus bieten privat organisierte Praktika meist nicht.

Wer die Organisation lieber selbst in die Hand nimmt, kann sich zunächst an Online-Stellenbörsen oder spezielle Internetseiten zur Praktikumssuche wenden. Hier werden oft auch internationale Angebote ausgeschrieben. Ist ein ansprechendes Angebot dabei, heißt es, nähere Informationen einholen und eine aussagekräftige Bewerbung verfassen. Diese Methode ist natürlich insbesondere dann angebracht, wenn der potentielle Praktikant schon genau weiß, bei welchem Unternehmen oder in welcher Branche er ein Praktikum absolvieren möchte. Bei der Suche nach einer Unterkunft sind Eigen-Organisatoren meist auf sich selbst gestellt. Wenn sie Glück haben, stellt ihnen der zukünftige Arbeitgeber ein Zimmer oder hilft zumindest bei der Suche. Weiterhin ist in diesem Fall wieder das Internet eine große Hilfe. So sollte die weltweite Wohnungssuche nicht zum Problem werden.

Unabhängig davon, ob das Praktikum privat oder mithilfe einer Vermittlung organisiert wird, wird für die Bewerbung und die Durchführung des Praktikums ein hohes Maß an Eigeninitiative benötigt. Selbst wenn die Agentur einen geeigneten Praktikumsplatz findet, muss die Bewerbung immer noch selbst geschrieben und der potentielle Arbeitgeber vom eigenen Können überzeugt werden. Es gilt, sich positiv darzustellen und von Anfang an unter allen Bewerbern hervorzustechen. Die Motivation des Bewerbers spielt hier meist die größte Rolle.

Voraussetzungen

Neben Voraussetzungen wie Flexibilität, Offenheit und Eigeninitiative gibt es meist auch formale Anforderungen an Praktikanten. In der Regel wird der Status eines Studenten, Auszubildenden, Berufstätigen oder Abiturienten sowie ein Mindestalter von 18 Jahren verlangt. Es gilt jedoch, je mehr Erfahrung der Bewerber mitbringt, desto höher sind seine Chancen. Studenten beispielsweise bringen meist ein größeres fachliches Wissen mit als Abiturienten und können somit in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Wichtig ist also immer, sich im Vorfeld über die bevorstehenden Aufgaben zu informieren. So wäre das Praktikum doch eine sehr große Enttäuschung, bestünden die Aufgaben lediglich aus Kopieren und Kaffeekochen.

Dauer

Die Dauer eines Auslandspraktikums beträgt in der Regel mindestens sechs Wochen. Allerdings bietet sich in einem Land wie China eine Dauer von drei oder mehr Monaten an. Aufgrund der Entfernung und der fremden Kultur würde sich das Praktikum sonst kaum lohnen. Wer also richtig was erleben und mit der chinesischen Kultur in Kontakt kommen will, sollte ein wenig mehr Zeit einplanen.

Finanzierung

Muss der Praktikant sowohl Flug und Unterkunft als auch Verpflegung selbst bezahlen, kann so ein Auslandspraktikum ganz schön teuer werden. Aus diesem Grund sollte man sich schon im Vorfeld darüber informieren, ob der Arbeitgeber gegebenenfalls einige Kosten übernimmt oder gar eine Wohnung stellt und ob es noch weitere Finanzierungsmöglichkeiten gibt. Bekommt der Praktikant eine Wohnung oder ein Zimmer gestellt, sind die größten Kosten schon einmal gedeckt. Da die Lebenshaltungskosten in China niedriger sind als in Deutschland, kann man schon mit 300 Euro im Monat über die Runden kommen.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, ein Stipendium vom DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) zu beantragen. So werden oft Praktika gefördert, die für den jeweiligen Studiengang relevant sind. Es werden aber auch spezifische Programme wie „Sprache und Praxis in China“ angeboten. Der DAAD richtet sich damit an Hochschulabsolventen spezifischer Fachrichtungen, die Land und Leute sowie den Arbeitsmarkt Chinas kennenlernen möchten.

Sprachkurse

Diejenigen, die über Kenntnisse der chinesischen Sprache verfügen, sind bei der Suche eines Praktikumsplatzes klar im Vorteil. Bekanntlich ist die Sprache nicht leicht zu lernen und oft schrecken die vielen Zeichen und Symbole von vornherein ab. Dennoch bietet ein Praktikum in China die einmalige Gelegenheit, erste Sprachkenntnisse zu erwerben. Wenn dies nicht schon vor dem Praktikumsantritt geschieht, können auch während des Aufenthalts Sprachkurse besucht werden. Oder der zukünftige Praktikant reist schon einige Wochen früher ein, um vor Arbeitsbeginn an dem Kurs einer Sprachschule teilzunehmen. Für welche Variante sich der Praktikant auch entscheidet, die Chinesen werden in jedem Fall von den ersten Kenntnissen beeindruckt sein und es zu schätzen wissen, dass sich der Mitarbeiter für ihre Kultur und Sprache interessiert.

Visum

Für ein Praktikum in China wird ein F-Visum benötigt. Dieses berechtigt den Besitzer des Visums zum Studieren und zeitlich begrenzten Arbeiten im Land. Teilweise weigert sich die chinesische Botschaft, ein Visum über sechs Monate auszustellen. Drei Monate sind aber in der Regel kein Problem und das Visum kann nach dieser Zeit kostengünstig und unkompliziert verlängert werden. Es berechtigt allerdings nur zur einmaligen Einreise. Wer zum Beispiel im Rahmen eines Kurzurlaubs das Land verlässt, muss vor der Ausreise ein Wiedereintrittsvisum beim Büro für Öffentliche Sicherheit in Peking beantragen. Unkomplizierter ist es jedoch, China während des Praktikums nicht zu verlassen, also auch nicht in die Regionen Hong Kong und Macao zu reisen.

Für die Beantragung eines jeden Visums müssen das jeweilige Antragsformular, ein Passfoto und der Reisepass mit mindestens einer freien Seite für das Visum vorgelegt werden. Bei einem Aufenthalt von mehr als sechs Monaten wird ein Aids-Test verlangt. Für das F-Visum wird außerdem eine Einladung des jeweiligen chinesischen Arbeitgebers benötigt. Die entsprechenden Formulare können auf der Internetseite der chinesischen Botschaft ausgedruckt werden.


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